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Vom Dokument zu den Nachweisen — in klar definierten Schritten

RPSIGN strukturiert den Signaturprozess in Schritte, die mit Dokument, Beteiligten und der anwendbaren Richtlinie verknüpft sind. Authentifizierungsmechanismen und erzeugte Nachweise variieren nach der gewählten Modalität und den tatsächlich für den jeweiligen Workflow aktivierten Kontrollen.

Workflow-Struktur

Sechs Schritte, die den Signaturprozess organisieren

1

Vorbereitung und Versionierung des Dokuments

Der Prozess wird auf Grundlage eines Dokuments und der mit dem jeweiligen Umschlag verknüpften Version strukturiert. Die RPSIGN-Architektur sieht workflowbezogene Felder wie Signatur, Paraphe und weitere durch die Modalität bestimmte Informationen vor und erhält die Identifikation der in jedem Schritt verwendeten Version.

2

Festlegung der Beteiligten

Beteiligte werden dem Umschlag entsprechend ihrer Rolle im Prozess zugeordnet. Identifikations- und Kontaktdaten sollen auf das für den Zweck des Workflows Erforderliche beschränkt und nach der anwendbaren Richtlinie verarbeitet werden.

3

Authentifizierungs- und Nachweisrichtlinie

Jeder Workflow kann unterschiedliche Anforderungen an Identifikation und Authentifizierung vorsehen. Die anwendbare Richtlinie legt fest, welche Kontrollen und Nachweise die gewählte Modalität bilden; dazu können elektronische Kanäle, zusätzliche Prüfungen oder ein digitales Zertifikat gehören, je nach Zweck des Dokuments und den aktivierten Ressourcen.

4

Willenserklärung des Signierenden

Im Signaturschritt muss die Willenserklärung über die für die gewählte Modalität vorgesehenen Mechanismen mit Dokument und Signierendem verknüpft werden. Erfassbare Ereignisse und technische Daten hängen von den tatsächlich eingesetzten Kontrollen, Geräteberechtigungen, der anwendbaren Richtlinie und den Eigenschaften des Workflows ab.

5

Dokumentenintegrität und Ledger

Tatsächlich erzeugte Ereignisse können durch SHA-256-Verkettung mit dem Ledger der Organisation verbunden werden. So lassen sich Inkonsistenzen erkennen, die mit der erfassten Kette unvereinbar sind. Mit HMAC-SHA-256 authentifizierte Checkpoints verstärken die Integritätsprüfung, ohne einer digitalen Signatur oder einem Zeitstempel gleichzukommen.

6

Konsolidierung der Nachweise

Die Architektur sieht vor, die für den Workflow relevanten Nachweise entsprechend Modalität und eingesetzten Ressourcen in technischen Abschluss- und Auditdokumenten zusammenzuführen. Diese Dokumente haben eine eigene Beweis- und Informationsfunktion der Plattform: Sie sind weder digitale ICP-Brasil-Zertifikate noch notarielle Unterschriftsbeglaubigungen oder sonstige notarielle Authentifizierungen und stellen für sich allein keinen Zeitstempel einer Zeitstempelstelle dar.

Prüfmethoden

Nachweise passend zum Zweck des jeweiligen Rechtsakts

Keine einzelne Methode macht eine Signatur automatisch zu einer „fortgeschrittenen“ Signatur. Die rechtliche Einordnung hängt von den tatsächlich eingesetzten technischen Merkmalen und den dem Signierenden und Dokument zugeordneten Nachweisen ab. Kanäle und Prüfungen können entsprechend Modalität, Ressourcenverfügbarkeit und anwendbarer Richtlinie kombiniert werden.

Prüfung per E-Mail

E-Mail kann Teil des Nachweissatzes eines Workflows sein, einschließlich eines Einmalcodes, wenn dieser Mechanismus aktiviert ist. Die Bestätigung eines einzelnen Kanals bestimmt für sich allein nicht die rechtliche Einordnung der Signatur.

SMS oder WhatsApp

Mobile Kanäle können dem Authentifizierungsprozess einen eigenständigen Nachweis hinzufügen, wenn sie für die Modalität integriert und aktiviert sind. Die Kombination mehrerer Codes macht eine elektronische Signatur für sich allein nicht zu einer fortgeschrittenen Signatur.

Identität, Dokument und Biometrie

Verstärkte Prüfmodalitäten können Ausweisdokument, Selfie, Liveness-Prüfung, Gesichtsvergleich oder Geolokalisierung umfassen, wenn diese Ressourcen aktiviert und für den Fall geeignet sind. Biometrische Daten sind sensible personenbezogene Daten und erfordern eine spezifische Bewertung von Erforderlichkeit, Verhältnismäßigkeit, Sicherheit und Aufbewahrung.

Qualifizierte Signatur mit ICP-Brasil

Erfordert die Modalität eine qualifizierte elektronische Signatur, muss der Signierende sein eigenes ICP-Brasil-Digitalzertifikat unter Beachtung der anwendbaren technischen und regulatorischen Regeln verwenden. Die qualifizierte Signatur unterscheidet sich von Authentifizierungsmethoden ohne Zertifikat; ihre Integration hängt von den im Workflow verwendeten spezifischen Signatur- und Validierungskomponenten ab.

Dokumentarten

Typische Dokumente der juristischen und geschäftlichen Praxis

DokumentartTypische VerwendungHinweis
Honorarvereinbarung / DienstleistungsvertragFormalisierung eines Vertragsverhältnisses mit einem Mandanten/KundenSignaturmodalität und Nachweissatz sollten Wert, Risiko, beteiligte Parteien, Zweck und etwaige besondere Anforderungen berücksichtigen.
Vollmacht (ad judicia oder privat)Erteilung von Befugnissen an einen Rechtsanwalt oder DrittenDie brasilianische Zivilprozessordnung erlaubt eine digitale Unterzeichnung der Vollmacht nach Maßgabe des Gesetzes. Die geeignete Modalität muss Instrument, erteilte Befugnisse und etwaige gesetzliche, gerichtliche oder systemseitige Anforderungen berücksichtigen.
Erklärung und EinwilligungEinseitige Tatsachenerklärung oder Zustimmung zu einem bestimmten RechtsaktForm und Nachweisniveau müssen mit Zweck, Risiko und Anforderungen des Empfängers vereinbar sein.
Vereinbarungen und sonstige ErklärungenFormalisierung von Verpflichtungen, Absprachen und Erklärungen zwischen ParteienEine elektronische Willenserklärung kann verwendet werden, wenn Gesetz und Natur des Rechtsakts diese Form zulassen, vorbehaltlich besonderer anwendbarer Formalitäten.

Rechtsakte mit besonderem Formerfordernis

Eine elektronische Signatur beseitigt keine gesetzlich vorgeschriebenen Formalitäten. Rechtsgeschäfte, die eine öffentliche Urkunde, öffentliche Registrierung, besondere Förmlichkeiten oder eine andere besondere Form erfordern, müssen die jeweiligen Anforderungen erfüllen. RPSIGN darf nicht als automatischer Ersatz für Notariat/Register, öffentliche Urkunde, notarielle Unterschriftsbeglaubigung oder Registrierung verstanden werden, wenn solche Anforderungen gesetzlich vorgeschrieben sind.

Möchten Sie die rechtliche und technische Grundlage hinter jedem Schritt verstehen?

Auf der Seite Sicherheit, Datenschutz und Nachweise erläutern wir Integrität, Datenschutz, Signaturmodalitäten, ICP-Brasil und die Grenzen der einzelnen Mechanismen.

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